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ROCHE.DE: FACHINFORMATIONEN ZUM LUNGENKARZINOM

In unserem Fachbereich erhalten Sie weitere Informationen zum Lungenkarzinom und unseren Therapieoptionen.

Wissen und Verstehen - Therapie

Lungenkrebs verstehen

Wie funktioniert die Lunge?

In unserem Körper übernimmt die Lunge eine lebenswichtige Funktion. Sie sorgt dafür, dass der Sauerstoff aus der Luft ins Blut und damit in alle Zellen des Körpers gelangt. Hier wird er für grundlegende Stoffwechselvorgänge benötigt. Wenn Sauerstoff fehlt, kann der Körper nicht mehr arbeiten.

Gemeinsam mit dem Herz und den großen Gefäßen liegt die Lunge im Brustkorb. Sie besteht aus zwei Lungenflügeln, die ihrerseits in mehrere Lungenlappen unterteilt sind – der linke in zwei, der etwas größere rechte Lungenflügel in drei Lungenlappen. Zwischen den beiden Lungenflügeln, im sogenannten Mediastinum, verlaufen neben der Speiseröhre auch zahlreiche Blut- und Lymphgefäße. Sowohl die Oberfläche der beiden Lungenflügel als auch die Innenwand des Brustkorbes sind mit einer Haut, dem Lungen- bzw. Rippenfell, überzogen.

Details rechter und linker Lungenflügel
Unsere Lunge: Aufteilung der Lungenflügel
Details Luftröhre, Bronchus, Bronchiolen
Unsere Lunge: Bronchialsystem
Details mit Bronchiolen
Unsere Lunge: Lungenbläschen (Alveolen)

Wenn wir atmen, strömt die Luft in die Luftröhre, die sich in die beiden Hauptbronchien gabelt. Diese treten in die beiden Lungenflügel ein und teilen sich dann weiter in immer kleinere und feinere Äste auf – die Bronchien und Bronchiolen. Am Ende der kleinsten Bronchiolen sitzen die insgesamt etwa 300 Millionen Lungenbläschen, die Alveolen. In ihnen findet der sogenannte Gasaustausch statt: Der eingeatmete Sauerstoff wird ins Blut aufgenommen, das Kohlendioxid aus dem Blut in die Lunge abgegeben und ausgeatmet. Rechnet man die Oberfläche aller Lungenbläschen um, ergibt dies rund 160 Quadratmeter – etwa die Größe eines Volleyballfeldes. Da dies weit mehr ist, als man zum Überleben braucht, können wir auch mit nur einem Lungenflügel leben.

Um den Sauerstoffbedarf des Körpers zu decken, muss ein Erwachsener rund 12 bis 15 Mal pro Minute atmen. Das macht rund 20.000 Atemzüge am Tag. Bei jedem Atemzug wird etwa ein halber Liter Luft ein- bzw. ausgeatmet. Ist man körperlich aktiv kann sich diese Menge um ein Vielfaches erhöhen.

Wie entsteht Lungenkrebs?

Um zu verstehen, wie Lungenkrebs entsteht, lohnt sich ein Blick in den menschlichen Körper:

Was genau ist eigentlich Lungenkrebs?
  • Unser Körper besteht aus Milliarden Zellen, die alle unterschiedliche Aufgaben erfüllen und sich ununterbrochen teilen.
  • Manchmal verändern sich die Zellen dabei so, dass sie unkontrolliert weiter wachsen, in benachbartes gesundes Gewebe eindringen und dieses zerstören.
  • Entsteht dieser Tumor in der Lunge, spricht man von Lungenkrebs – in der Fachsprache Lungen- oder Bronchialkarzinom genannt.
  • Krebszellen können sich aus dem ursprünglichen Tumor herauslösen und mit dem Blut oder Lymphsystem in andere Organe gelangen und dort Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden.

Wissenschaftler verstehen immer besser, wie es die entarteten Zellen dabei schaffen, sich ungebremst zu vermehren und sich sogar in weit entfernt liegende Organe auszubreiten. Die Krebszellen nutzen dabei eine Vielzahl von Mechanismen:

  • Das Signal, sich zu teilen können Krebszellen ständig aufrechterhalten, somit wird unkontrolliertes Wachstum möglich. Umgekehrt umgehen sie Signale zum Wachstumsstopp.
  • Krebszellen können den programmierten Zelltod verhindern, der in gesundem Gewebe für die Zerstörung entarteter Zellen sorgt. Zudem können sie sich, anders als gesunde Zellen, endlos teilen.
  • Auf verschiedene Arten können Krebszellen verhindern, dass sie vom Immunsystem des Körpers erkannt und zerstört werden.
  • Krebszellen sind in der Lage, die Bildung von Blutgefäßen in ihrer direkten Umgebung anzuregen. Somit können wachsende Tumoren mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden.

Wie macht sich Lungenkrebs bemerkbar?

Da Lungenkrebs in frühen Stadien nur selten zu Beschwerden führt, wird er meist erst spät entdeckt. Außerdem sind die Symptome oft so vielseitig, dass sie zunächst verkannt werden. Es gibt aber einige Beschwerden, die auf Lungenkrebs hindeuten können:

  • Husten, insbesondere ein lange bestehender Raucherhusten, der sich plötzlich ändert
  • Bronchitis oder eine Erkältung, die sich trotz Behandlung mit Antibiotika nicht bessert
  • Atemnot und pfeifende Atemgeräusche
  • Schmerzen im Brustkorb
  • Heiserkeit und Schluckbeschwerden
  • Bluthusten
  • Lähmungen oder starke Schmerzen
  • Allgemeiner Kräfteverfall
  • Starker Gewichtsverlust
  • Schmerzen in den Knochen, im Oberbauch sowie Kopfschmerzen und Übelkeit können auf Metastasen hinweisen

Ein genauer Blick auf den eigenen Körper! Wer Veränderungen wahrnimmt oder länger unter den genannten Beschwerden leidet, sollte einen Arzt aufsuchen.

Pflaster auf Haut

Hinweis für Angehörige
Haben Sie die Befürchtung, dass Ihr Angehöriger an Lungenkrebs erkrankt ist, weil Sie eines oder mehrere der genannten Symptome bei ihm wahrgenommen haben? Wenn ja, beobachten Sie diese Veränderungen aufmerksam und suchen Sie vorsichtig und einfühlsam das Gespräch, um dann gemeinsam die nächsten Schritte zu gehen und einen Arzt aufzusuchen. Die Angst vor einer schwerwiegenden Diagnose können Menschen lähmen – mentale und organisatorische Unterstützung sind an dieser Stelle oft hilfreich. Wichtig dabei ist jedoch immer: Der Patient darf sich nicht bevormundet fühlen, sondern muss stets wissen und verstehen, dass es Ihnen um seine Gesundheit geht.


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