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ROCHE.DE: FACHINFORMATIONEN ZUM LUNGENKARZINOM

In unserem Fachbereich erhalten Sie weitere Informationen zum Lungenkarzinom und unseren Therapieoptionen.

Älteres Ehepaar am Strand mit Hund

Sich selbst etwas Gutes tun

Die Stimmen der Patienten

Bei einer Erkrankung wie Lungenkrebs fehlen Betroffenen oft die Worte, um ihre innersten Gedanken auszudrücken. Aber manchmal können auch andere Menschen diese Lebenssituation mit ihren Worten beschreiben. Menschen, denen es genauso ergeht.

Lungenkrebspatienten eine Stimme geben möchte auch Dieter Kürten, ehemaliger Moderator des ZDF-Sportstudios und langjähriger Begleiter der Patientenkampagne „Der zweite Atem – Leben mit Lungenkrebs“. Gemeinsam mit Barbara Baysal, Vorsitzende der Selbsthilfe Lungenkrebs e. V., unterstützte er deshalb die Produktion des Hörbuchs „Mit meinen Worten“. Grundlage lieferte ein Buch, das in enger Zusammenarbeit mit Betroffenen und Angehörigen entstanden war.
„Die eigenen Ängste machen oft sprachlos“, weiß eine Patientin. Aber manchmal hilft es auch, den Gedanken anderer zu lauschen. Es kann Trost spenden, neue Kraft schenken und dazu ermutigen, irgendwann selbst Worte für die Erkrankung zu finden. „Die Gedanken und Ängste zu teilen kann ein wichtiger Schritt sein, das Leben mit Lungenkrebs zu meistern“, unterstreichen Kürten und Baysal.
Als erfolgreiche Synchronsprecherin wirkt Dieter Kürtens Tochter Dina an diesem Hörbuch mit. Sie wurde unter anderem durch die Sprechrolle der Königin Elsa im Film „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ bekannt.

Hörbuch - Mit Meinen Worten

Mit meinen Worten – Geschichten, Gedichte und Gedanken zu Lungenkrebs

Das Hörbuch – gelesen von Barbara Baysal, Dina Kürten und Dieter Kürten – soll Ihnen mehr als nur eine Hilfestellung im Umgang mit der Erkrankung an die Hand geben und Sie ermutigen, mit Ihren Worten über die Erkrankung zu sprechen.

Hörprobe:

Hier kostenfrei bestellen

Was kann ich bei der Ernährung beachten?

Essen bedeutet Energie, Genuss und oft auch soziales Miteinander. Bei einer Krebserkrankung können sich die Ernährungsgewohnheiten umstellen – entweder, weil Sie als Patient bestimmte Lebensmittel nicht mehr so gut vertragen oder weil sich Ihr Appetit verändert. Eine gesunde Ernährung ist aber eine wichtige Ergänzung zur medizinischen Therapie.

Ausgewogene Ernährung ist für jeden Menschen essenziell, ob gesund oder krank. Sie versorgt uns mit wichtigen Nährstoffen, verbessert unseren Allgemeinzustand und beschert ein Stück Lebensqualität. Nach der Diagnose Krebs gerät ein solch elementarer Bestandteil unseres Alltags wie unsere Ernährung oft auf den Prüfstand. Darf ich nach wie vor Fleisch essen? Bekommt mir mein Lieblingsessen noch? Gibt es Produkte, die meinen Zustand verbessern? Schärfen Sie Ihre Wahrnehmung für das, was Ihr Körper nun braucht. Was Sie gut vertragen, ist generell auch erlaubt. In jedem Fall sollten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen aber auch Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen achten. Auch die Konsistenz der Nahrung kann sich positiv auf die Verträglichkeit auswirken; vitaminreiche Suppen und Eintöpfe sind oftmals leichter zu verdauen.

Wie reagiere ich auf Appetitlosigkeit?

Vielleicht ergeht es Ihnen wie vielen Krebspatienten, die während Ihrer Behandlung bestimmte Probleme im Zusammenhang mit Essen beobachten: Ihre Schleimhäute sind gereizter und manches vertragen Sie nicht mehr so gut, bestimmte Gerüche oder Geschmäcker mögen Sie nicht mehr oder Sie haben mit Übelkeit oder gar Erbrechen zu kämpfen. Vielleicht leiden Sie auch an Appetitlosigkeit. Diese kann auf die Ernährung zurückzuführen sein; möglicherweise hängt der schwindende Appetit aber auch mit Ängsten und Sorgen zusammen, die die Nebenwirkungen der Therapie mit sich bringen. Für den richtigen Umgang mit dieser vorübergehenden Erscheinung können Sie folgendes beherzigen:

  • Nehmen Sie über den Tag verteilt mehrere kleine Mahlzeiten ein
  • Richten Sie die Speisen appetitlich an
  • Decken Sie den Tisch und nehmen Sie sich Zeit
  • Essen Sie in Gemeinschaft
  • Lassen Sie Ihrer Fantasie bei der Kreation neuer Gerichte freien Lauf
  • Setzen Sie sich nicht unter Druck, wenn Sie einmal kein Hungergefühl verspüren

Was nutzt eine Ernährungsberatung?

Auch wenn es die eine richtige Krebsernährung oder gar Krebsdiät nicht gibt, kann es unterstützen, mit einem professionellen Ernährungsberater zu sprechen. Er kann zusammen mit Ihnen einen Speiseplan erstellen, der nicht nur gut verträgliche Nahrungsmittel, sondern auch Ihre persönlichen Wünsche und Vorlieben berücksichtigt. Der Begriff der „Ernährungsberatung“ ist nicht geschützt; als „Diätberater“ hingegen können sich nur Ernährungsmediziner, Diätassistenten oder Diplom-Ökotrophologen bezeichnen. Eine professionelle Diätberatung wird immer ärztlich verordnet.

Christian Schmitt-Plank

LuCE: Die Stimme der Patienten

Christian Schmitt-Plank will etwas bewegen: Mit der Initiative Lung Cancer Europe (LuCE) vertritt er die Interessen von Lungenkrebspatienten gegenüber Politik und Industrie – mitunter sehr kreativ. Im Interview (hier zum download >> )
erzählt er, wie sich die Organisation in der EU Gehör verschafft und welche Ziele sie verfolgt.

Wie kann ich die Selbsthilfe nutzen?

Eine Krebserkrankung alleine zu meistern ist besonders schwer. Familie und Freunde sind für viele der wichtigste Halt. Es kann aber auch helfen, andere Patienten zu treffen, Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zuzuhören. Durch den Austausch mit anderen wird auch der eigene Umgang mit der Erkrankung leichter. Selbsthilfegruppen bieten eine gute Anlaufstelle.

Selbsthilfegruppen bieten in erster Linie Gesprächsrunden an, bei denen Patienten und Angehörige in regelmäßigen Abständen über Ihren Weg mit der Erkrankung berichten. Darüber hinaus sind die Gruppen aber auch sehr gut vernetzt; sie können bei der Arztsuche oder bei der Recherche eines zertifizierten Lungenkrebszentrums unterstützen. Möglicherweise kennen sie auch Einrichtungen, in denen Lungensport angeboten wird oder sie können bei der Wahl der richtigen Rehabilitationsklinik helfen.

Wie läuft ein Selbsthilfe-Treffen ab?

Deutschlandweit gibt es etwa 40 Selbsthilfegruppen allein für Lungenkrebspatienten. Das war jedoch nicht immer so, weiß Barbara Baysal. Als sie 2001 die Diagnose Lungenkrebs erhielt, gab es keine Anlaufstelle speziell für Ihr Krebsleiden. Deshalb gründete sie die erste Gruppe kurzerhand selbst. Sie beschreibt das umfassende Programm der Gruppentreffen wie folgt: „Zu manchen Treffen laden wir auch Experten ein, die dann zum Beispiel über Chemotherapie oder Strahlentherapie berichten. Als Gruppe haben wir darüber hinaus auch schon ein Hospiz, eine Palliativstation und eine Strahlentherapieabteilung besucht. Und: Bei unseren Treffen lachen wir viel. Wir alle haben ein Leben außerhalb der Erkrankung – und dieser Teil ist extrem wichtig.“

Vielen Betroffenen tut es gut, sich in einer Selbsthilfegruppe zu engagieren. Der Austauch mit anderen entlastet, macht Mut und unterstützt die Krankheitsverarbeitung. Wenn Sie Kontakt mit einer Selbsthilfegruppe aufnehmen möchten, finden Sie untere www.selbsthilfe-lungenkrebs.de die verschiedenen Ansprechpartner der Regionalgruppen. Ein Online-Forum bietet die Möglichkeit, sich direkt mit anderen Patienten auszutauschen. Probieren Sie es einfach mal aus.

Ein Patient und seine Frau berichten im Video, wieso der Austausch mit anderen Patienten und Angehörigen für sie so wichtig ist.

Leere Wartesitze in einer Arztpraxis

Hinweis für Angehörige
Selbsthilfe richtet sich nicht nur an Patienten. Auch Angehörige sind von einer Lungenkrebserkrankung betroffen. Begleiten Sie deshalb Ihren Partner, Ihren Vater oder Ihre Schwester zu den Selbsthilfetreffen. Diese bieten auch für Sie ein Forum des Austauschs und Raum für Ihre Fragen.

Verändert sich meine Partnerschaft?

Während einer Krebserkrankung kann eine Partnerschaft mehr denn je eine große Stütze sein. Doch auch das Beziehungsleben kann sich verändern. Sie als Betroffener und auch Ihr Angehöriger fragen sich vielleicht: Was tut uns jetzt gut? Wie hat sich die Körperwahrnehmung verändert? Welche Momente zu zweit spenden uns Kraft? Sprechen Sie Ihre Wünsche und Ängste offen an.

Durch Chemotherapie und Bestrahlung, durch eine Operation und die mit ihr verbundenen Sorgen aber auch durch einen veränderten beruflichen und sozialen Alltag können sich Bedürfnisse innerhalb der Partnerschaft verändern. Auch die körperliche Beziehung kann sich verändern, muss es aber nicht. Für einige steht der Wunsch nach verständnisvollen Gesprächen und zärtlichen Berührungen vor dem Bedürfnis nach einem aktiven Sexualleben. Wieder andere Patienten sind durch ihre Krebserkrankung in ihrer Sexualität nicht eingeschränkt. Ob und wie sich das körperliche Miteinander verändert, kann nur jeder Patient für sich persönlich herausfinden.

Wer unterstützt uns als Paar?

Eine eventuelle eingeschränkte körperliche Belastbarkeit, der Verlust der Haare oder Narben am Körper können manchmal dazu führen, dass sich die Körperwahrnehmung und das eigene Selbstwertgefühl ändern. Möglicherweise fühlen Sie sich in Ihrer Haut nicht mehr so wohl wie vorher oder Ihr Angehöriger empfindet eine gewisse Scheu Sie zu berühren, aus Angst etwas falsch zu machen. All dies kann zu Rückzug und unausgesprochenen Konflikten führen. Auch für eine gesunde Partnerschaft kann es hilfreich sein, sich externe Hilfe zu suchen und bei konstruktiven Gesprächen unterstützen zu lassen. Psychoonkologen sind auf die seelischen Bedürfnisse und Sorgen krebskranker Menschen spezialisiert und können Sie während der medizinischen Behandlungen dabei begleiten, auch Ihre Beziehung zu pflegen.

Tulpe auf offener Handfläche

Hinweis für Angehörige
Auch wenn Ihr Partner kein oder ein vermindertes Bedürfnis nach Körperlichkeit hat, braucht er ihre Nähe vielleicht umso mehr. Zeigen Sie ihm auch durch kleine Aufmerksamkeiten, wie sehr Sie nach wie vor für ihn da sind – mit einer kleinen Karte, frischen Blumen oder einem Kompliment.

Warum helfen Bewegung und Entspannung?

Bewegung und Entspannung sind wichtig für ein gutes Körpergefühl und mehr Dynamik im Alltag, vor allen Dingen im Rahmen einer Krebserkrankung. Natürlich ist ein Sportprogramm während der Therapiemaßnahmen nicht immer möglich. Dennoch stärken Sie schon mit Atem- und Dehnübungen Ihren Körper und erweitern so Ihren Aktivitätsradius.

Der Atem gibt das Tempo vor

Unser Atem ist wie der Motor, der uns in Bewegung bringt. Über ihn tanken wir Kraft und Energie. Wenn die Atemkapazität durch eine Erkrankung wie Lungenkrebs eingeschränkt ist, sind bestimmte Verhaltensweisen für ein freieres Atem besonders wichtig. Neben regelmäßigen Atemübungen können Sie im Alltag zum Beispiel atemerleichternde Haltungen einnehmen, wie etwa durch das Abstützen an einem Geländer und das Nutzen eines Gehstocks. Verwöhnen Sie Ihren Körper regelmäßig mit Wärme und Entspannungsübungen. Und nicht zuletzt: Der Atem bestimmt das Bewegungsmaß und die -intensität; er zeigt Ihnen, was geht und was nicht.

Im Video berichten Menschen mit Lungenkrebs, welche Bedeutung Bewegung und Sport in ihrem Leben haben und wie sie das richtige Maß finden.

Fuss mit Laufschuh

Hinweis für Angehörige
Motivieren Sie Ihren Partner, sich entsprechend seiner Möglichkeiten zu bewegen und machen Sie mit. Belohnen Sie ihn und sich für gemeinsame Bewegung mit einem schönen Essen oder einer wohltuenden Massage. Planen Sie solche Momente bewusst in Ihr Bewegungsprogramm ein.

Bewegung in den Alltag einbauen – das hilft:

  • Versuchen Sie, täglich spazieren zu gehen, wenn möglich 20 Minuten und mehr
  • Dehnen Sie regelmäßig Ihre obere Rumpfmuskulatur
  • Belasten Sie sich nur so stark, wie es Ihre Verfassung erlaubt
  • Nutzen Sie beim Sport Hilfsmittel, wie etwa ein E-Bike zum Fahrradfahren
  • Probieren Sie neue und sanftere Sportarten, wie Walken oder Yoga

Auch Entspannung will gelernt und geübt sein. Sind Sie im Rahmen Ihrer Therapie bereits von einem Physiotherapeuten behandelt worden? Er kann Ihnen Übungen aus dem Yoga, dem Pilates oder dem Autogenen Training zeigen, die Sie einfach und bequem auf einer Matte zuhause anwenden können. Trauen Sie sich, Neues auszuprobieren!


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