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ROCHE.DE: FACHINFORMATIONEN ZUM LUNGENKARZINOM

In unserem Fachbereich erhalten Sie weitere Informationen zum Lungenkarzinom und unseren Therapieoptionen.

Umgang und Leben - Alltag

Leben nach der Diagnose

Was kommt nach der Diagnose auf mich zu?

Die Diagnose Lungenkrebs bringt viele Veränderungen mit sich. Neben dem Leben mit der Erkrankung müssen auch ganz praktische und organisatorische Dinge geregelt werden. Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Aufgaben die nun anstehen.

Im Verlauf einer Lungenkrebserkrankung werden Sie viele verschiedene Untersuchungsergebnisse mitgeteilt bekommen. Um den Überblick zu bewahren, sollten Sie – wenn möglich –alle Befunde in Kopie aufbewahren und die Arztbesuche dokumentieren. Diese lückenlosen Nachweise können für Anträge bei Versicherungen oder bei einem Arztwechsel hilfreich sein. Legen Sie deshalb am besten schon zu Beginn der Therapie eine Mappe oder einen Ordner an.

Organisation ist Alles

Sich zu informieren und den Veränderungen des Alltags gegenüber gewappnet zu sein, kann dem Gefühl der Hilflosigkeit vorbeugen und den Umgang mit der Erkrankung erleichtern. Versuchen Sie deshalb bereits im Vorfeld möglichst viele medizinische und organisatorische Fragen zu klären:

  • Wie lange muss ich im Falle einer Operation im Krankenhaus bleiben?
  • Wer kümmert sich in dieser Zeit um Wohnung, Haus, Blumen, Garten, die Post oder frische Wäsche? (Vor allem, wenn Sie alleine leben ist das ein wichtiger Punkt)
  • Was muss ich für den Klinikaufenthalt mitbringen, was sollte ich besser zu Hause lassen?
  • Muss ich mich im Fall einer ambulanten Chemotherapie speziell auf die einzelnen Sitzungen vorbereiten?
  • Wie komme ich zu den Sitzungen und wie viel Zeit muss ich für Hin- und Rückfahrt einplanen? Kann ich selber fahren, kann ein Angehöriger dies übernehmen oder zahlt die Krankenkasse die Kosten für Taxi, Bus oder Bahn?
  • Welcher Arzt ist bei einer ambulanten Therapie der Hauptansprechpartner und koordiniert die weiteren Behandlungstermine oder notwendigen Untersuchungen? Wer stellt Rezepte, Überweisungen oder andere Bescheinigungen aus?
  • Wer aus der Familie oder dem Freundeskreis kann im Haushalt Aufgaben übernehmen, für die ich bisher zuständig war? Brauchen wir eventuell Hilfe von außen?
  • Mit wem möchte ich über die Erkrankung sprechen? Wen muss ich informieren?
Klammern an einer Wäscheleine

Hinweis für Angehörige
Wenn Sie Hilfe im Alltag benötigen, sollten Sie gemeinsam mit dem Betroffenen überlegen, wen Sie für welche Aufgaben um Unterstützung bitten. Und ganz wichtig: Überlassen Sie ihm Aufgaben, die er gut alleine bewerkstelligen kann. Sonst fühlt er sich schnell überflüssig.

Welche Sozialrecht-Regelungen gibt es?

Welche Kosten kommen auf mich zu? Was bezahlt die Krankenkasse? Wie wirkt sich die Erkrankung auf Beruf oder Rente aus? An welche Institutionen muss man sich wenden, um Leistungen zu beantragen? Fragen rund um ihre finanziellen Angelegenheiten oder den Umgang mit Behörden und Versicherungen beschäftigen viele Betroffene.

Eine Krebserkrankung hat in der Regel auch finanzielle Auswirkungen – vor allem dann, wenn der Betroffene noch berufstätig ist und den Hauptteil des Familieneinkommens trägt. Aber auch die Kosten der Therapie können sich in der Haushaltskasse bemerkbar machen. Um eine eventuelle Schieflage zu verhindern, lohnt es sich, sich über die eigenen Rechte zu informieren. Und: Haben Sie keine Hemmungen oder Schamgefühle, diese Leistungen auch in Anspruch zu nehmen. Sie stehen Ihnen zu und sollen eine Entlastung sein, damit Sie sich darauf konzentrieren können, möglichst schnell wieder gesund zu werden und Ihr Leben wieder in gewohnten Bahnen leben zu können.

Finanzielle Entlastung bei Zuzahlungen

Auch wenn die Kosten im Rahmen Ihre Therapie von der Krankenkasse übernommen werden: Einen festgelegten Betrag für bestimmte Arzneimittel, Massagen, Atemtherapie, spezielle Hilfsmittel, Fahrtkosten oder Kosten für eine Haushaltshilfe müssen Sie in Form der sogenannten Zuzahlung selber tragen. Für die Höhe der Zuzahlung gilt: Zehn Prozent der Kosten zahlen Sie aus eigener Tasche – mindestens jedoch 5 Euro und höchstens 10 Euro. Da dies bei der Behandlung von Lungenkrebs für Sie schnell teuer werden kann, gibt es aber eine Höchstgrenze, die sogenannte Belastungsgrenze. Sie liegt bei zwei Prozent des jährlichen Familienbruttoeinkommens, für chronisch Kranke bei einem Prozent. Besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, ob Sie unter Umständen als chronisch krank eingestuft werden können!

Wenn Sie die entsprechende Grenze erreicht haben, können Sie bei Ihrer Krankenkasse einen Antrag auf die Befreiung von Zuzahlungen stellen, sodass für den Rest des Jahres keine weiteren Eigenleistungen auf Sie zukommen.

Mensch steht vor einer weißen Linuie

Hinweis für Angehörige
Bei der Ermittlung der Belastungsgrenze werden alle Zuzahlungen des Haushalts zusammengezählt, neben denen des Betroffenen also eventuell auch Ihre und die der familienversicherten Kinder. Sammeln Sie deshalb alle Zuzahlungsbelege während eines Kalenderjahres. Wichtig ist, dass die Personalien auf den Belegen vermerkt sind.

Lohnfortzahlung und Krankengeld

Wer an Lungenkrebs erkrankt und dadurch nicht weiter arbeiten kann, dem drohen Verdienstausfälle. Um diese abzumildern und den Lebensunterhalt zu sichern, haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf das sogenannte Krankengeld. Es wird gezahlt, wenn die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber abläuft. Dies ist in der Regel nach sechs Wochen der Fall; diese Frist kann durch Bestimmungen in Arbeits- oder Tarifverträgen aber auch abweichen. Ein Blick in den entsprechenden Vertrag lohnt!

Wird dann das Krankengeld gezahlt, erhalten Sie von der Krankenkasse 70 Prozent Ihres zuvor erzielten Bruttolohns, maximal aber 90 Prozent Ihres Nettolohns. Gezahlt wird es für längstens 78 Wochen innerhalb von drei Jahren. Wenn Sie nach diesen drei Jahren weiterhin nicht arbeiten können, erhalten Sie das Krankengeld aber nur noch dann, wenn Sie in der Zwischenzeit mindestens sechs Monate lang nicht krank waren und arbeiten konnten bzw. dem Arbeitsmarkt zur Verfügung standen.

Die Auszahlung des Krankengeldes müssen Sie bei Ihrer Krankenkasse selbst einfordern. Die entsprechende Erklärung senden Sie ausgefüllt zur Krankenversicherung. Von dieser erhalten Sie dann den sogenannten Krankengeldauszahlschein. Außerdem müssen Sie zu einem bestimmten Termin bei Ihrem Arzt vorstellig werden. Dieser füllt den medizinischen Teil aus, die weiteren Daten ergänzen Sie selbst. Die Auszahlung des Krankengeldes erfolgt, sobald der Auszahlschein eingereicht wurde und rückwirkend bis zum ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit.
WICHTIG: Bei freiwillig gesetzlich und privat Krankenversicherten gelten die im Vertrag individuell vereinbarten Krankentagegeld-Regelungen. Auch hier lohnt ein Blick in die Bedingungen – oder das direkte Gespräch mit der eigenen Versicherung.

Was der Arbeitgeber wissen muss

Wenn Sie berufstätig sind, müssen Sie Ihren Arbeitgeber unverzüglich informieren, dass Sie krank sind und auch wie lange Sie voraussichtlich fehlen werden. Bei mehr als drei Tagen – oder je nach Arbeitsvertrag auch schon früher – müssen Sie ein ärztliches Attest vorlegen. Die Diagnose müssen Sie dem Arbeitgeber aber nicht mitteilen. Hier entscheidet vielmehr, wie gut ihr Verhältnis ist und ob und wann ein offenes Gespräch über die Erkrankung für Sie persönlich gut ist.

Antrag auf Schwerbehinderung

Als Lungenkrebspatient können Sie beim zuständigen Versorgungsamt einen Schwerbehindertenausweis beantragen. Das Amt prüft anhand des Antrags und der medizinischen Befunde den Grad der Behinderung, kurz GdB. Der Ausweis wird in der Regel für fünf Jahre ausgestellt und kann Ihnen je nach GdB einige Vorteile und Vergünstigungen bringen:

  • ein erhöhter Kündigungsschutz am Arbeitsplatz
  • mehr Urlaubstage
  • Steuererleichterungen
  • Ermäßigungen beim Öffentlichen Personennahverkehr und in öffentlichen Einrichtungen wie Museen oder Schwimmbädern
  • Befreiung von Funk- und Fernsehgebühren

Ob es sich für Sie lohnt einen solchen Antrag zu stellen, können Sie vorab auch mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen!

Ansprechpartner finden – Wenn Sie im Krankenhaus behandelt werden, ist der Sozialdienst der Klinik Ihre erste Anlaufstelle. Dessen Mitarbeiter kümmern sich unter Umständen auch um notwendige Anträge bei Kranken- und Rentenversicherung. Wer ambulant behandelt wird, kann sich zunächst an die Krankenversicherung wenden. Sie vermittelt bei Bedarf auch weitere Ansprechpartner. Darüber hinaus bieten auch die regionalen Krebsberatungsstellen Unterstützung.

Die Erwerbsminderungsrente

Wenn Sie aufgrund Ihrer Lungenkrebserkrankung in Ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sind, können Sie die sogenannte Erwerbsminderungsrente beantragen: Bei weniger als drei Stunden Arbeit täglich, erhalten sie die volle, bei drei bis sechs Stunden die teilweise Erwerbsminderungsrente. Allerdings: Im Rahmen der sogenannten Restleistungsfähigkeit müssen Sie jede zumutbare Teilzeitarbeit annehmen – unabhängig vom erlernten Beruf. Erwerbsminderungsrenten sind in der Regel auf drei Jahre befristet. Danach wird der Anspruch erneut überprüft.

Da die Regelungen recht kompliziert sind und im Einzelfall entschieden werden, sollten Sie sich im persönlichen Gespräch bei der zuständigen Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung beraten lassen. Bringen Sie dazu alle Versicherungsdokumente und eventuelle ärztliche Unterlagen mit.

Lungenkrebs als Berufskrankheit

Zahlreiche Umwelteinflüsse und Substanzen können die Entstehung von Krebs begünstigen. Dabei spielen Radongas, Asbest sowie Feinstaub eine wesentliche Rolle.

Wenn Personen diesen Einflüssen jahrelang ausgesetzt sind – wie zum Beispiel im Beruf, kann sich das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken, deutlich erhöhen.

Beim Radon handelt es sich um ein natürlich vorkommendes Edelgas, welches im Boden, Gestein und in der Luft zu finden ist. Übermäßig durch die Umgebungsluft eingeatmet, kann Radon zu Schädigungen der Lunge führen. Bergarbeiter, die unter Tage arbeiten, sind besonders von der schädigenden Radon-Wirkung betroffen. Die übermäßige Inhalation von Radon und seiner radioaktiven Folgeprodukten gilt als Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs bei Nichtrauchern.

Zum Entstehen von Lungenkrebs sowie Krebserkrankungen im Hals-Nasen-Rachenraum kann ebenfalls Asbest beitragen. Vorangegangene berufliche Belastungen mit Asbest im Rahmen der Abfallentsorgung aber auch in der Asbestzementproduktion können selbst 30 bis 40 Jahre später die Entstehung von Lungenkrebs zur Folge haben.
Mit steigender Umweltbelastung durch Auto- und Industrieabgase stellt Feinstaub einen weiteren wesentlichen Risikofaktor für Lungenerkrankungen dar. Durch die Umgebungsluft aufgenommen kann Feinstaub ungehindert in die Lunge gelangen und dort die Entwicklung von Krebs begünstigen.

Etwa vier bis zehn Prozent aller Krebserkrankungen lassen sich auf berufliche Risikofaktoren zurückführen. Deshalb gilt es gerade in diesem Bereich, Maßnahmen zum Gesundheitsschutz zu ergreifen. So ist es wichtig, Beschäftigte vor schädlicher Strahlung, Asbest oder Feinstaub zu schützen. Darüber hinaus sollten Nichtraucher vor den Gefahren des Passivrauchens bewahrt werden.

Zwei Hände die sich berühren

Hinweis für Angehörige
Ob und in welchem Maße der Betroffene Pflege benötigt, sollten Sie frühzeitig mit dem behandelnden Arzt klären und dabei auch die häusliche Situation und Ihr privates Netzwerk schildern: Braucht der Angehörige nur kurzfristig Unterstützung oder ist eine dauerhafte Pflege nötig? Wer aus Familie oder Freundeskreis kann wie helfen? Brauchen Sie einen Pflegedienst? Stehen aufgrund einer Pflegestufe Geld- oder Sachleistungen zu? Ist eine Pflege zuhause überhaupt möglich? Neben dem Arzt und dem Kliniksozialdienst sind hier auch die Krankenkassen oder regionale Pflegestützpunkte geeignete Ansprechpartner. (Adressen erfahren Sie bei der Krankenkasse oder der Stadt/Gemeinde.)


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