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ROCHE.DE: FACHINFORMATIONEN ZUM LUNGENKARZINOM

In unserem Fachbereich erhalten Sie weitere Informationen zum Lungenkarzinom und unseren Therapieoptionen.

Älteres Ehepaar am Strand mit Hund

Den eigenen Ängsten begegnen

Warum gerade ich?

Angst und Unsicherheit, Verzweiflung und Wut – diese Gefühle kennen viele Lungenkrebspatienten. Hinzu kommt oft das Grübeln über Ursachen und die eigene Schuld. Sich aktiv mit solchen Emotionen auseinanderzusetzen, kann für die Bewältigung der Erkrankung hilfreich sein.

„Warum gerade ich?“ – eine Frage, auf die es im Zusammenhang mit Lungenkrebs keine Antwort geben kann. Vielmehr behindert das Grübeln über mögliche Ursachen oder die eigene Schuld eine aktive Auseinandersetzung mit den vielschichtigen Ängsten und Sorgen: Angst vor dem Tod, vor der Behandlung, vor Schmerzen, vor dem weiteren Verlauf der Erkrankung, vor dem Ausgeliefertsein gegenüber der Medizin, vor dem Alleinsein, weil sich Partner oder Freunde abwenden.

Diese Ängste entstehen oft aus Unkenntnis – vielleicht, weil Sie gar nicht so genau wissen, was Lungenkrebs eigentlich ist oder wie die Erkrankung bei Ihnen individuell verläuft. Um diese Ängste abzubauen, kann es Ihnen helfen, sie zuzulassen. Nur dann können Sie sich aktiv mit Ihnen auseinandersetzen und sie in den Griff bekommen.
Ein entscheidender Schritt: Informieren Sie sich. Denn je besser Sie über die Erkrankung, über die Chancen und Risiken der Behandlung und den Umgang mit Lungenkrebs Bescheid wissen, desto besser können Sie mit der Situation umgehen und Entscheidungen bewusst treffen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt über das, was Sie emotional bewegt.
Das gleiche gilt in diesem Zusammenhang für den Umgang mit Angehörigen und Freunden: Suchen Sie den Austausch. Über negative Gefühle zu sprechen, entlastet – beide Seiten. Hören Sie dabei aber in jedem Fall auf Ihre innere Stimme: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt oder würde mich ein Gespräch gerade zu sehr belasten?

Wenn es Ihnen trotzdem nicht gelingt, Ihre Ängste in den Griff zu bekommen, kann eine professionelle psychotherapeutische Unterstützung hilfreich sein. Neben dem behandelnden Arzt sind hier der Kliniksozialdienst oder Krebsberatungsstellen gute Anlaufstellen, um entsprechende Angebote zu erfragen.

Im Video beschreiben Menschen mit Lungenkrebs, wie sie auf die Diagnose reagiert haben und wie sich ihr Umgang mit der Erkrankung im Laufe der Zeit verändert hat.

Wie gehen wir mit dem Thema Sterben um?

Trotz aller medizinischen Fortschritte und besseren Überlebenschancen: Lungenkrebs ist eine lebensbedrohliche Erkrankung. Sich offen mit der eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen, kann helfen, nicht in ständiger Angst leben zu müssen.

Niemand beschäftigt sich gerne mit dem Ende des eigenen Daseins oder denkt an den Verlust von Familienangehörigen oder Freunden. Doch auch trotz enormer Fortschritte in der Medizin können nicht alle Lungenkrebspatienten geheilt werden. Wirklich zu verstehen, dass das eigene Leben irgendwann zu Ende ist, ist keine einfache Erkenntnis. Manchen Menschen helfen spirituelle oder philosophische Ansätze, um zu akzeptieren, dass das eigene Dasein endlich ist.

Die aktive Auseinandersetzung mit dem Tod lässt aber auch die Bedeutung der verbleibenden Lebenszeit klar werden. Versuchen Sie jeden Tag so bewusst und intensiv wie möglich zu leben und die vorhandene Zeit zu nutzen, um wichtige Dinge zu klären. Das können beispielsweise unbewältigte Konflikte mit Angehörigen oder Freunden sein oder nicht akzeptierte Abschnitte im eigenen Leben. Vielleicht schaffen Sie es, mit sich und anderen ins Reine zu kommen. Vielleicht möchten Sie aber auch einfach noch einmal all Ihre Lieben um sich herum wissen, um von Ihnen Abschied zu nehmen.

Nicht unnötig leiden

Die letzte Phase einer Krebserkrankung kann unter Umständen von Schmerzen und Beeinträchtigungen geprägt sein. Suchen Sie rechtzeitig und am besten gemeinsam mit Ihrem Arzt nach einem Weg, der Ihnen und Ihren Angehörigen Ihre Situation erleichtern kann. Hier kommen ambulante Pflege- und Hospizdienste, stationäre Hospize oder Palliativstationen in Krankenhäusern infrage.

Im Video erzählen Lungenkrebspatienten wie sie sich mit dem Thema Sterben auseinandersetzen und wie sich ihre Lebenseinstellung durch die Diagnose verändert hat.

Viele blau und ein rotes Streichholz

Hinweis für Angehörige
Es ist schwer, mit dem bevorstehenden Verlust eines nahestehenden Menschen umzugehen. Dennoch sollten Sie das Gespräch suchen und auch eher unangenehme Fragen klären: Wo möchtest Du sterben? Wie wünschst Du Dir Deine Beerdigung? Sind alle Erbangelegenheiten geregelt? Oft ist es eine große Erleichterung zu wissen, dass die Wünsche des Betroffenen berücksichtigt werden. Ein Gespräch mit einer dritten Person, z. B. einem Arzt, einem Seelsorger oder einem psychologisch geschulten Menschen kann Ihnen helfen, sich seelisch zu entlasten. Außerdem spüren Sie so, dass Sie nicht allein mit der Situation fertig werden müssen.

Wie kann eine Patientenverfügung helfen?

Den eigenen Willen beachtet zu wissen, wenn man selbst nicht mehr entscheiden kann: Mit einer Patientenverfügung lässt sich im Vorfeld festlegen, wie man in bestimmten Situationen ärztlich behandelt werden möchte. Das nimmt Angehörigen eine mitunter schwierige Entscheidung ab.

Ob Operation, Chemotherapie oder eine Behandlung, die vielleicht gar nichts mit Ihrer Krebserkrankung zu tun hat – solange Sie selbst über medizinische Maßnahmen entscheiden können, dürfen Ärzte Sie nur behandeln, wenn Sie zuvor in diese Behandlung eingewilligt haben. Dies legt das Patientenrechtegesetz fest.

Was aber, wenn Sie nicht mehr selbst entscheiden können? Um auch in diesem Fall Ihren Willen berücksichtigt zu wissen und in gewisser Weise selbstbestimmt über medizinische Maßnahmen entscheiden zu können, sollten sie sich möglichst rechtzeitig mit dem Für und Wider einer Patientenverfügung befassen.

In einer solchen können Sie im Vorfeld schriftlich festhalten, ob und wie Sie in bestimmten Situationen ärztlich behandelt werden möchten, ob zum Beispiel Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet werden sollen oder ob Sie künstlich beatmet oder ernährt werden wollen. Damit nehmen Sie Angehörigen in einer ohnehin schon schwierigen Situation eine unter Umständen weitreichende Entscheidung ab. Denn: Der Wille, den Sie in der Verfügung ausdrücken, ist für alle Beteiligten verbindlich, z. B. für Ärzte, Pflegepersonal, Betreuer, Bevollmächtigte oder Gerichte. Umso wichtiger ist es, ihn möglichst konkret und entsprechend der individuellen Situation zu formulieren. Hier kann insbesondere Ihr Arzt wertvolle Unterstützung leisten.

Eine Patientenverfügung muss schriftlich vorliegen. Sie kann aber jederzeit neu formuliert oder formlos widerrufen werden. Wichtig: Damit Ihr Wille zählen kann, muss die Verfügung im Ernstfall schnell auffindbar sein. Nennen Sie zumindest einer Vertrauensperson deshalb den Aufbewahrungsort der Unterlagen und tragen immer eine Info-Karte bei sich, auf der der Aufbewahrungsort vermerkt ist, z. B im Portemonnaie. Ihr Arzt kann auch eine Kopie in der Patientenakte abheften. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, die Patientenverfügung gegen eine Gebühr registrieren bzw. „einlagern“ zu lassen, z. B. beim zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer.

Neben der Patientenverfügung gibt es auch die Möglichkeit, eine Vorsorgevollmacht oder eine Betreuungsverfügung zu verfassen. Mit der Vorsorgevollmacht können Sie eine Person Ihres Vertrauens bevollmächtigen, stellvertretend in Ihrem Namen zu handeln und einzelne oder aber auch alle Angelegenheiten für Sie zu regeln. In der Betreuungsverfügung können Sie festlegen, wen das Gericht als Betreuer bestellen soll, wenn Sie Ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können.


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