Tyrosinkinase-Hemmer

Therapie

Tyrosinkinase-Hemmer

Die zielgerichteten Therapien gewinnen gerade bei Lungenkrebs immer mehr an Relevanz. Zu ihnen gehören auch die sogenannten Tyrosinkinase-Hemmer. Dies bedeutet, dass sie sich direkt gegen spezielle Eigenschaften von Tumorzellen richten. Zum Einsatz kommen sie vor allem bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs.

Wie wirken Tyrosinkinase-Hemmer?

Um sich zu teilen, brauchen Zellen ein Signal. Dieses Wachstumssignal nehmen sie von außen über Strukturen in der Membran (Rezeptoren) auf, die als eine Art Bote das Signal ins Innere der Zelle leiten. Dabei setzen sogenannte Tyrosinkinasen an der Innenseite des Rezeptors eine Signalkette in Gang, die zur Zellteilung führt. Bei einigen Tumoren gibt es besonders viele dieser Rezeptoren auf der Zelloberfläche und die Tyrosinkinase ist dauerhaft aktiv. Dadurch erhalten die betroffenen Zellen ständig das Signal zur Teilung: Der Tumor wächst. Es gibt jedoch zielgerichtete Medikamente, sogenannte Tyrosinkinase-Hemmer, die ein Auslösen des Wachstumssignals verhindern, indem sie die Tyrosinkinase blockieren. Es handelt sich um sehr kleine Moleküle, die ins Innere der Zelle gelangen können, um dort den inneren Teil des Rezeptors zu blockieren. Diese Unterbrechung der Signalkette verlangsamt die Zellteilung und damit das Tumorwachstum enorm.

Was sind zielgerichtete Therapien?

Die Krebsforschung hat in den letzten Jahren einige Mechanismen finden können, die zur unkontrollierten Teilung von Krebszellen beitragen. Auf dieser Grundlage konnten Forscher Medikamente entwickeln, die diese Vorgänge in der Zelle unterbinden. Mediziner sprechen hier von zielgerichteten Therapien, weil sie in sehr spezifische Vorgänge in Zellen eingreifen. Gerade bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs gibt es verschiedene zielgerichtete Therapien, die das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen können. Es handelt sich um Tyrosinkinase-Hemmer (Tyrosinkinase-Inhibitoren, TKI) und Angiogenese-Hemmer.

Zielgerichtete Therapien mittels Tyrosinkinase-Inhibitoren können durch Hemmung spezieller Signalwege die Zellteilung und somit das Tumorwachstum verlangsamen.
Wachstumsfaktoren stimulieren Wachstum
Wachstumsfaktoren stimulieren das schnelle Wachstum des Tumors
Tyrosinkinase-Hemmer blockieren Wachstum
Tyrosinkinase-Hemmer blockieren das Signal und verlangsamen so das Wachstum

Welche Nebenwirkungen haben Tyrosinkinase-Hemmer?

In der Regel sind Tyrosinkinase-Hemmer gut verträglich, einige unerwünschte Wirkungen sind jedoch möglich. So kann es zum Beispiel zu Durchfall kommen, der aber mit Medikamenten behandelt werden kann. Außerdem kann die Therapie mit einem Wachstumshemmer, der bei EGFR-positivem Lungenkrebs eingesetzt wird, zu einem Hautausschlag (Rash) führen. Der Ausschlag ist gleichzeitig auch ein Hinweis darauf, dass das Medikament wirkt: Studien belegen eine höhere Lebenserwartung bei Patienten, bei denen ein Rash auftritt. Tritt der Rash nicht auf, bedeutet dies allerdings nicht zwangsläufig, dass der Tyrosinkinase-Hemmer wirkungslos ist. Durch sorgfältige Hautpflege können Sie einem schwer verlaufenden Rash bis zu einem gewissen Grad vorbeugen. Ist ein Rash aufgetreten, bildet er sich meist nach wenigen Wochen zurück. Er kann medikamentös behandelt werden, zudem können Sie mit der richtigen Hautpflege ebenfalls entscheidend zu einer Linderung beitragen. Fragen Sie Ihren Arzt, welche Produkte sich zur Hautpflege bei einem Rash am besten eignen.

Lindern Sie einen Hautausschlag durch die richtige Hautpflege.