Palliativmedizin

Therapie

Palliativtherapie

Trotz aller Therapiemöglichkeiten ist Lungenkrebs in fortgeschrittenem Stadium nicht heilbar. Zum Beispiel wenn ein Tumor nicht mehr komplett operativ entfernt werden kann oder sich bereits Tochtergeschwulste (Metastasen) in anderen Organen und/oder Lymphknoten gebildet. In solchen Fällen steht die palliative Behandlung im Vordergrund.

Was ist Palliativtherapie?

Die Palliativtherapie hat zum Ziel das Tumorwachstum möglichst einzudämmen, Schmerzen und andere Begleiterscheinungen zu mindern und ganz allgemein die Lebensqualität eines Krebspatienten zu erhöhen. Eine Heilung der Krebserkrankung kann mittels der Palliativtherapie nicht mehr erreicht werden.

Welche Symptome können gelindert werden?

Zur Behandlung des Tumors und eventueller Metastasen kommen im Rahmen der Palliativversorgung Chemo-, Strahlen- und zielgerichtete Therapien infrage.

  • Bei nicht-kleinzelligen Tumoren kann eine Bestrahlung der Lunge Beschwerden wie Atemnot und Schmerzen lindern.
  • Die Bestrahlung von Knochenmetastasen führt ebenfalls zu weniger Schmerzen und einer geringeren Bruchgefahr.
  • Bei Hirnmetastasen werden durch eine Strahlentherapie Begleiterscheinungen wie Lähmungen oder Krampfanfälle eingedämmt.
  • Bisphosphonate können bei Knochenmetastasen die Knochensubstanz stabilisieren.
  • Eine Chemotherapie kann viele verschiedene Beschwerden lindern, da sie gleichzeitig auf alle Tumoren und deren Metastasen wirkt.
  • Zielgerichtete Therapien können bei nicht-kleinzelligen Tumoren die Chemotherapie unterstützen.
    Kleinzellige Tumoren neigen stark zur Bildung von Metastasen. Hier kommt häufig eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie infrage.
  • Eine Bestrahlung des Kopfes kann bei kleinzelligen Tumoren helfen, Hirnmetastasen vorzubeugen.
Ziel der Palliativtherapie ist es, Schmerzen so weit es geht zu lindern.

Was ist eine Schmerztherapie?

Ein wichtiger Teil der Palliativmedizin ist eine effektive Behandlung von Schmerzen. Sprechen Sie Ihren Arzt auf die vielfältigen Möglichkeiten einer Schmerztherapie an. Die Angst vor der Einnahme starker Schmerzmittel ist unbegründet: Speziell ausgebildete Schmerztherapeuten entwickeln mit Ihnen eine genau auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Therapie.

Palliativstation und Hospiz: Was ist wann sinnvoll?

Bei besonders starken Beschwerden kann der zeitlich begrenzte Aufenthalt auf einer Palliativstation sinnvoll sein. Viele Kliniken haben dort die Möglichkeit, Schwerstkranke intensiv zu betreuen und so eine spürbare Besserung zu erreichen. Pflege, eine wirksame Schmerztherapie und seelischer Beistand für Betroffene sowie deren Angehörige stehen dagegen in einem Hospiz im Vordergrund. Dort geht es vor allem darum, Schwerstkranke und Sterbende einfühlsam zu versorgen, während die medizinische Betreuung meist vom Hausarzt übernommen wird.

Vielseitige Therapiemöglichkeiten können schnell überfordern. Vielleicht fühlen Sie sich als Angehöriger auch ein wenig „außen vor“, da Sie nur indirekt betroffen sind. Wenn Sie sich über die Therapien informieren, können Sie Ihre eigenen Gedanken und Fragen einbringen. Sie werden ein fester Teil der Überlegungen – ein beruhigendes und gutes Gefühl für Sie und den Betroffenen.

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