Chemotherapie

Therapie

Chemotherapie

Seit mehr als 60 Jahren hat die Chemotherapie bei Krebserkrankungen eine tragende Rolle. Die dort eingesetzten Medikamente, auch Zytostatika genannt, sind oft Mittel der Wahl bei der Bekämpfung von Tumoren. Als systemische Behandlungsform kann die Chemotherapie besonders wirkungsvoll gegen ein erneutes Entstehen und die Ausbreitung von Tumoren sein.

Wie werden Chemotherapien eingesetzt?

Zur Behandlung von Lungenkrebs erhalten viele Patienten eine Chemotherapie. Ärzte verfolgen dabei unterschiedliche Ziele: die Tumorverkleinerung vor einer Operation, das Zerstören verbliebener Krebszellen nach einer Operation oder das Verlangsamen des Tumorwachstums. Die hierbei eingesetzten Medikamente, sogenannte Zytostatika, können sich besonders schnell teilende Zellen zerstören oder ihre Ausbreitung verhindern. Da eine Chemotherapie im ganzen Körper, also systemisch wirkt, kann sie auch eventuelle Absiedlungen (Metastasen) zerstören. Die bei der Chemotherapie verwendeten Zytostatika werden häufig als Infusion und manchmal auch in Form von Tabletten verabreicht und verteilen sich über das Blut im gesamten Körper.

 

 

Zytostatika sind Zellgifte, die vor allem sich schnell teilende Zellen wie Tumorzellen vernichten. Zytostatika greifen aber auch gesunde Zellen an, die sich häufig teilen. Besonders davon betroffen sind Haarfollikel, Knochenmark und die Schleimhäute.

 

 

Was sind Zytostatika?

Welches Ziel verfolgt die Chemotherapie?

Je nach Ziel der Behandlung unterscheidet man zwischen:

  • neoadjuvanter Therapie, die den Tumor vor einer Operation verkleinert
  • adjuvanter Therapie, die Krebszellen zerstört, die nach einer Operation eventuell im Körper verblieben sind
  • palliativer Therapie, die auf den Erhalt der Lebensqualität abzielt. Die Erkrankung ist meist fortgeschritten und eine Heilung kann nicht mehr erzielt werden.

Wie läuft eine Chemotherapie ab?

Patienten erhalten entweder eine Monotherapie mit nur einer Substanz oder eine Kombinationstherapie aus mehreren Zytostatika, je nach Situation. Die Chemotherapie erfolgt meist in mehreren Sitzungen mit einigen Tagen oder Wochen Behandlungspause dazwischen. Eine Behandlung mitsamt der nachfolgenden Pause nennt man Zyklus. Der Grund hierfür ist, dass eine Chemotherapie auf alle schnell wachsenden Zellen wirkt, neben Krebszellen sind das auch gesunde Schleimhaut- oder Knochenmarkszellen. Die Behandlungspausen dienen dazu, dass sich das gesunde Gewebe wieder erholen und der Köper neue Kraft schöpfen kann. Meist wird die Chemotherapie in drei bis sechs Zyklen durchgeführt. Die Behandlung erfolgt dabei meist ambulant, das heißt dass der Patient nach Beendigung der Behandlung nach Hause gehen kann.

Welche Nebenwirkungen hat eine Chemotherapie?

Zytostatika wirken besonders auf sich schnell teilende Zellen. Dies macht sie sehr wirksam gegen Tumorzellen. Es gibt jedoch im Körper auch gesunde Zellen, die sich schnell teilen und die deshalb von einer Chemotherapie ebenfalls angegriffen werden – etwa Zellen von Haut und Schleimhäuten, sowie Knochenmarkszellen, die an der Blutbildung beteiligt sind. Folgende Nebenwirkungen können auftreten:

  • vorübergehender Haarausfall
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schleimhautentzündungen in Mund und Darm
  • Durchfall
  • allgemeines Unwohlsein und Schwäche
  • erhöhtes Infektionsrisiko durch Schwächung des Immunsystems
  • Schädigung der Blutbildung im Knochenmark
  • Störungen der Blutgerinnung

Viele Nebenwirkungen können Mediziner behandeln oder sogar vorbeugen, etwa durch die Gabe von Medikamenten, z. B. Antiemetika gegen Erbrechen oder Substanzen zur Blutzellbildung gegen Blutarmut (Anämie), Müdigkeit und Erschöpfung.

Durch die Erkrankung und die Chemotherapie kann es zu einer starken umfassenden Erschöpfung, der sogenannten Fatigue, kommen. Wenn Sie sich erschöpft fühlen oder schon geringe Anstrengungen Sie schnell überfordern, sollten Sie darüber mit Ihrem Arzt sprechen. Medikamente, psychoonkologische Unterstützung und Ernährungs- oder Bewegungstherapien können Ihre Lebensqualität spürbar verbessern.

Dr. Uli Rüffer
Fokusthemen

Mehr Informationen zum Thema Fatigue erhalten Sie im Interview mit PD Dr. med. Jens Ulrich Rüffer, Vorsitzender der Deutschen Fatigue Gesellschaft e. V.