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ROCHE.DE: FACHINFORMATIONEN ZUM LUNGENKARZINOM

In unserem Fachbereich erhalten Sie weitere Informationen zum Lungenkarzinom und unseren Therapieoptionen.

Familie und Freunde - Hilfen für Angehörige

Betroffen als Angehöriger

Wie gehe ich mit meinen eigenen Ängsten um?

Die Diagnose Lungenkrebs löst Ängste aus – bei Betroffenen wie Angehörigen. Wie wird sich das Leben verändern? Wie soll ich das bloß alles schaffen? Wird mein Partner sterben? Informationen und ein offener Umgang helfen, sich diesen Fragen zu stellen.

Bei einer Krebserkrankung spielen Ängste eine große Rolle. Je nach Lebenssituation oder Stadium der Erkrankung kann das die Angst vor Veränderungen, Überforderung oder vor Verlust sein. Wichtig ist, dass Sie als Angehöriger Ihre Ängste zulassen und offen darüber sprechen. Das macht es in der Regel auch für den Betroffenen leichter.
Vielleicht ist es auch hilfreich, sich seelischen Beistand zu suchen, zum Beispiel in Form eines Seelsorgers, der Ihnen aufmerksam zuhört. Auch eine psychotherapeutische Beratung kann helfen, mit eigenen Ängsten besser umzugehen.

In jedem Fall ist es sinnvoll, sich umfassend zu informieren. Wenn Sie über die Erkrankung, die verschiedenen Therapieoptionen, die Chancen und Risiken oder das Leben mit Lungenkrebs Bescheid wissen, kann das düsteren Fantasien vorbeugen und Ängste abbauen. So werden sie selbst wieder handlungsfähig und können den Betroffenen unterstützen.

Wo finde ich Unterstützung?

Einen Krebspatienten zu betreuen, kann viel Kraft und Zeit kosten. Vor allem, wenn Ihre eigenen beruflichen und privaten Verpflichtungen bestehen bleiben oder sogar zunehmen. Dies kann dazu führen, dass Sie sich mit der Last überfordert fühlen – und selbst Unterstützung benötigen.

Wenn Sie das Gefühl haben, die Situation nicht (mehr) alleine bewältigen zu können, können Sie zunächst versuchen, sich ganz praktische Aufgaben mit anderen zu teilen. Vielleicht kann ein anderes Familienmitglied den Einkauf erledigen, gute Freunde oder Nachbarn bei der Gartenarbeit helfen. Von einem solchen Team profitieren in der Regel alle Seiten: Sie selbst erhalten Unterstützung; die Helfer sind dankbar, weil sie etwas Konkretes tun und so Kontakt zum Betroffenen aufrechterhalten können. Allerdings sollten Sie immer gemeinsam mit dem Betroffenen überlegen, wer welche Aufgaben übernehmen könnte.

Reicht diese praktische Unterstützung im Alltag nicht aus und die Belastungen werden zu groß, können Krebsberatungsstellen, Gesundheitsämter oder Kliniken die richtige Anlaufstelle sein. Denn: Viele Angebote, die ursprünglich für Patienten ins Leben gerufen wurden, stehen mittlerweile auch den Angehörigen offen. In Beratungsgesprächen können Sie hier gemeinsam mit Psychologen, Psychoonkologen oder Sozialarbeitern Lösungen für ganz verschiedene Probleme erarbeiten – von eher praktischer Beratung oder psychotherapeutische Unterstützung über eine Paar- und Lebensberatung bis hin zu sozialrechtlichen Fragen.

Die Angebote seriöser Beratungsstellen – dazu zählen Sozialverbände, Kommunen, Kirchen und Vereine – sind grundsätzlich kostenfrei, auch wenn sie mehrfach in Anspruch genommen werden. Neben Gesprächen vor Ort gibt es auch die Möglichkeit einer kostenfreien telefonischen Beratung, z. B. beim INFONETZ KREBS unter 0800 / 80 70 88 77 oder dem Krebsinformationsdienst (KID) unter 0800 – 420 30 40.

Wie kann ich selbst Kraft tanken?

Wenn Sie sich bei der Unterstützung Ihres Betroffenen keine Ruhepausen gönnen, stoßen Sie irgendwann an die Grenzen Ihrer eigenen Belastbarkeit. Sorgen Sie deshalb für Auszeiten – rechtzeitig und regelmäßig.

Überforderung, Erschöpfung und das Gefühl „einfach nicht mehr zu können“ – das kennen viele Angehörige von Lungenkrebspatienten. Sie wollen für den Betroffenen da sein, ihn so gut wie möglich entlasten und übernehmen unter Umständen auch Aufgaben, für die er bisher verantwortlich war, zusätzlich zu den eigenen Aufgaben und Herausforderungen, die sie täglich bewältigen müssen.

Hinzu kommt, dass Angehörige sich oft allein gelassen fühlen. Die Aufmerksamkeit von Verwandten, Freunden oder Bekannten richtet sich oft nur noch auf den Lungenkrebspatienten. Die Frage „Wie geht es Dir?“ wird dann gar nicht mehr gestellt.
Für eine gewisse Zeit ist es sicherlich möglich, sich und die eigenen Bedürfnisse „hinten anzustellen“. Geht dies aber über Monate oder sogar länger und fehlt Zeit, sich zu erholen, ist der Akku irgendwann leer. Die möglichen Folgen: Sie fühlen sich müde und ausgelaugt, sind ungeduldig und gereizt, leiden vielleicht unter Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Rücken-, Kopf- oder Magenschmerzen oder Herzstechen.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Sie sich und Ihre Bedürfnisse genauso ernst nehmen wie die des Betroffenen. Wenn Sie zum Bespiel gerne unter Menschen sind, versuchen Sie, sich mit Freunden zu verabreden. Ob zum Brunch, einem Stadtbummel oder einer Wanderung – unbeschwerte Stunden helfen, auf andere Gedanken zu kommen. Dies gelingt auch, wenn Sie weiterhin Ihren Hobbies nachgehen.

Regelmäßige Bewegung und Sport können ebenfalls dazu beitragen, An- und Verspannungen abzubauen und den Kopf freizubekommen. Ein täglicher Spaziergang oder eine kleine Radtour, Walken oder Schwimmen, Tennis oder Fitness-Studio – Hauptsache, Sie fühlen sich dabei und danach wohl.

Auszeiten können Sie sich auch mit Entspannungsmethoden wie Progressiver Muskelentspannung, Autogenem Training oder Yoga nehmen. Schon 20 Minuten am Tag reichen aus, um Stress abzubauen und die Kraftreserven dauerhaft wieder aufzufüllen. Wichtig dabei: Diese Zeit gehört nur Ihnen. Sagen Sie dies auch Ihrem Angehörigen und schalten Sie Störquellen wie Telefon oder Türklingel aus. Möglichkeiten, ein solches Verfahren zu erlernen, bieten neben zahlreichen Ratgebern in Form von Büchern oder CDs auch Kurse, z. B. bei Volkshochschulen oder Sportvereinen. Inzwischen übernehmen viele Krankenkassen zumindest einen Teil der Kosten für einen solchen Kurs.

Eine weitere Möglichkeit, Abstand zu gewinnen und den eigenen Akku wieder aufzuladen, ist eine sogenannte Rehabilitationsmaßnahme, früher einfach als Kur bezeichnet. Da die Pflege eines Familienangehörigen als Risikofaktor für eine Gesundheitsstörung gilt, haben Sie die Möglichkeit eine solche Maßnahme als Vorsorgeleistung in Anspruch zu nehmen. Die Kosten dafür werden von der Krankenkassen oder, wenn Sie Rente beziehen, von der Rentenversicherung übernommen.

Ein „Rezept“ für eine solche Reha-Maßnahme, die auch präventiv angewendet werden kann, erhalten Sie bei Ihrem Hausarzt. Schildern Sie ihm Ihre Beschwerden, Ihre Lebenssituation und die seelischen Belastungen. Stimmt der Arzt der Kur zu, füllt er einen entsprechenden Antrag aus und reicht ihn bei der Krankenkasse ein. Der medizinische Dienst (MdK) der Krankenkasse prüft dann den Kurantrag.

Es gibt also verschiedene Möglichkeiten, für sich selbst zu sorgen. Denken Sie immer daran: Nur wenn Sie ausreichend Kraft haben, können Sie für Ihren Angehörigen da sein.

Hilfe zur Selbsthilfe – Manchmal kann auch der Austausch mit anderen Angehörigen hilfreich sein. Zu sehen, dass man nicht alleine ist und wie andere mit den Herausforderungen umgehen, entlastet. Vielleicht gibt es in der Nähe ja eine Selbsthilfegruppe, in der Angehörige willkommen sind? Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen bei Lungenkrebs finden Sie hier.


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