Fokusthemen

Verreisen mit Lungenkrebs

Verreisen trotz Lungenkrebs – ist das möglich? Ja, die Krankheit und die Therapie stehen einem Urlaub prinzipiell nicht im Weg. Im Gegenteil: Eine Reise lenkt ab und hilft, die Akkus wieder aufzuladen. Einige Vorbereitungen sind aber nötig.

Gerade Krebspatienten brauchen mal eine Auszeit. Ob am Meer, in den Bergen oder irgendwo dazwischen: Ein Ortswechsel lenkt von der Krankheit ab und hilft, die Akkus wieder aufzuladen. Sicher kommt es immer auf den Einzelfall an, aber grundsätzlich können Sie auch mit Lungenkrebs in den Urlaub fahren – selbst vor Therapiebeginn, während der Behandlung oder kurz nach Beendigung der Therapie.

Damit Sie die Reise genießen können und keine unerwarteten Hürden auftreten, sollten Sie das Reiseziel mit Bedacht wählen. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt, bevor Sie den Urlaub buchen. Er kann Ihre Reisetauglichkeit beurteilen und Ihnen erklären, was Sie bei der Urlaubsplanung berücksichtigen müssen.

Die wichtigsten Hinweise in Kürze:

  • Wählen Sie ein Reiseziel mit genügend medizinischer Versorgung und adäquatenhygienischen Bedingungen.
  • Tropische und subtropische Gebiete sollten Sie meiden.
  • Medikamente im Urlaub: Die meisten Krebspatienten nehmen regelmäßig Medikamente ein. Achten Sie darauf, dass Sie ausreichend Medikamente und andere medizinische Produkte, auf die Sie angewiesen sind, mit sich führen. Rezepte können im Ausland nicht eingelöst werden. Außerdem gehören Medikamente und Beipackzettel ins Handgepäck, weil Koffer unterwegs verloren gehen können. Darüber hinaus empfiehlt es sich, dass Ihr Arzt eine schriftliche Zusammenfassung der Erkrankung erstellt. Sie sollte Diagnose, Therapie und die Kontaktdaten des Arztes enthalten. Das Dokument kann helfen, falls es am Flughafen Fragen zu den Medikamenten gibt. Eine Bescheinigung für Ports, Stents oder Implantate ist ebenfalls sinnvoll, weil sie bei den Sicherheitskontrollen Alarm auslösen können.
  • Impfungen: Krebspatienten, die sich in einer Therapie (z. B. Chemo- oder Strahlentherapie) befinden oder bei denen die Behandlung erst kürzlich stattgefunden hat, sind oft anfälliger für Infektionen als gesunde Menschen. Fragen Sie daher vor Reiseantritt Ihren Arzt, ob noch einige Impfungen aufgefrischt werden müssen und ob dies gesundheitlich ratsam ist. Gegebenenfalls müssen Sie ein anderes Reiseziel wählen.
  • Klären Sie Ihren Versicherungsschutz im Ausland. Ihr Arzt sollte Ihnen vor Reiseantritt schriftlich bescheinigen, dass Sie reisetauglich sind und aktuell keine akuten Probleme durch die Krebserkrankung vorliegen. Sollten Behandlungen im Ausland nötig sein, müssen Sie unter Umständen privat dafür aufkommen. Informieren Sie sich am besten direkt bei Ihrer Krankenkasse über eventuell anfallende Behandlungskosten im Ausland.
  • Sonnenschutz: Achten Sie immer auf ausreichend Sonnenschutz. Falls Sie kürzlich eine Chemo- oder Strahlentherapie erhalten haben, reagiert Ihre Haut wahrscheinlich besonders sensibel auf UV-Strahlung.
  • Bei manchen Krebspatienten ist das Thromboserisiko erhöht. Dies gilt speziell für Betroffene nach Operationen am Brustkorb und im Bauchraum. Durch langes Stillsitzen können Blutgerinnsel entstehen. Längere Bus-, Bahn- oder Flugreisen können daher zu Komplikationen führen. In den ersten vier Wochen nach der Operation sollten Sie keinesfalls fliegen. Nach Absprache mit Ihrem Arzt können Sie vorbeugend gerinnungshemmende Medikamente einnehmen. Abhilfe schaffen zudem Kompressionsstrümpfe aus dem Sanitätshaus und bei langen Reisezeiten viele Pausen mit Bewegung (alle ein bis zwei Stunden). Wenn Sie zu Lymphödemen neigen, sollten Sie auf enge Kleidung und einseitige Belastung verzichten, um den Lymphfluss nicht zu hemmen.
    Wenn Sie nicht mehr über die volle Lungenfunktion verfügen, sollten Sie sich über Risiken, die Luftdruckveränderungen beim Fliegen verursachen, informieren. Besteht ein chronischer Sauerstoffmangel, sind Flugreisen nur bedingt möglich. Auf der Internetseite http://www.europeanlung.org zeigt ein Airline-Index, welche 3 Geräte die jeweilige Airline erlaubt. Auch flugmedizinische Dienste, die viele Fluggesellschaften anbieten, können Sie beraten.
  • Sind Sie flugtauglich, sollte Ihr Arzt das international einheitliche „MEDAFormblatt” vor dem Flug ausfüllen und an den flugmedizinischen Dienst weiterleiten.

Obgleich Sie vieles bedenken müssen, sollten Sie sich auf die angenehmen Aspekte der Reise konzentrieren. Gestalten Sie Ihre Auszeit möglichst stressfrei, um Ihre Gedanken weg von der Krankheit zu lenken, hin zu den schönen Seiten des Lebens.