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Spätfolgen der Lungenkrebstherapie

Eine Lungenkrebsbehandlung kann wie die Erkrankung selbst weitreichende Auswirkungen auf das körperliche wie psychische Wohlbefinden haben. Während manche Patienten nach der Lungenkrebsbehandlung ohne große Einschränkungen zum normalen Leben zurückkehren, leiden andere noch Jahre später an den Folgen der Therapie. Mit unterstützenden Maßnahmen kann es jedoch gelingen, Folgeerscheinungen von Chemotherapie und Bestrahlung zu lindern.

Folgeerkrankungen der Strahlentherapie

Die Strahlentherapie kann noch nach Wochen oder Monaten zu einer Lungenentzündung führen. Diese wird in der Regel mit Kortison behandelt. Da die Betroffenen häufig zunächst keine Beschwerden haben, sich aus der Entzündung aber Vernarbungen des Lungengewebes entwickeln können, wird die Lunge regelmäßig im Rahmen der Nachsorge untersucht. Sollten sich bei Ihnen Anzeichen wie Hustenreiz oder Luftnot bemerkbar machen, zögern Sie nicht, auch zwischen zwei Nachsorgeterminen Ihren behandelnden Arzt aufzusuchen.

Spätfolgen der Chemotherapie

Viele Krebspatienten leiden während der Behandlung unter sogenannter Fatigue. Dieser starke Erschöpfungszustand kann Betroffene aber auch noch lange nach Abschluss der Therapie belasten. Welche Maßnahmen bei Fatigue helfen, erfahren Sie im Interview mit dem Vorsitzenden der Deutschen Fatigue Gesellschaft Dr. Jens Ulrich Rüffer.

Wird das Nervengewebe durch Zytostatika geschädigt, können auch noch Monate oder Jahre nach einer Chemotherapie Nervenirritationen auftreten. Diese sogenannte Neuropathie äußert sich häufig als unangenehmes Kribbeln in Händen oder Füßen oder erhöhte Empfindlichkeit. Für die Behandlung stehen die Ergotherapie, die Physiotherapie sowie schmerzlindernde Medikamente zur Verfügung.

Bestimmte Zytostatika können auch das Herzgewebe oder die Nieren angreifen. Bei Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, die das Herzgewebe beeinträchtigen könnten, erfolgt immer eine strenge Überwachung der Herzleistung. Sollte sich diese verändern, wird die Therapie unterbrochen. So kommt es nur in sehr seltenen Fällen zu einer dauerhaften Beeinträchtigung der Herzleistung, die medikamentös behandelt werden muss. Einige wenige Zytostatika wirken sich auf die Nierenfunktion aus. Patienten, die
diese Wirkstoffe erhalten, bekommen deshalb schon vorbeugend Medikamente, die das Nierengewebe schützen. Nierenschäden kommen daher nur sehr selten vor.

Eine Chemotherapie kann auch den Hormonstoffwechsel stören, was bei Frauen zu vorzeitigen Wechseljahren führen kann. Empfinden Patientinnen die Beschwerden als sehr belastend, können ihnen Hormonersatzpräparate helfen. Zudem können Zytostatika die Fruchtbarkeit bei Frauen wie auch bei Männern einschränken. Um einen späteren Kinderwunsch erfüllen zu können, können beim Mann Spermien, bei der Frau Eizellen oder Eierstockgewebe eingefroren werden. Diese Maßnahmen können nur vorbeugend getroffen werden. Ist die Familienplanung noch nicht abgeschlossen, sprechen Sie daher vor Beginn der Krebstherapie mit Ihrem Onkologen über Ihr Risiko und Ihre Möglichkeiten.

Auswirkungen auf die Psyche

Jede Krebserkrankung ist ein einschneidendes Erlebnis. Die Belastungen der Krankheit und der Behandlungen wirken sich daher auch fast immer auf die Psyche der Betroffenen aus. Eine veränderte Körperwahrnehmung, kognitive Defizite und die Angst vor einem Rückfall können Patienten noch lange nach einer Erkrankung belasten. Unterstützung im Umgang mit den psychischen Belastungen finden Betroffene bei Selbsthilfegruppen oder einer psychoonkologischen Betreuung.

Nachsorge ernst nehmen

Ob und in welchem Ausmaß Spätfolgen durch eine Lungenkrebsbehandlung auftreten, hängt von verschiedenen Faktoren, wie der angewendeten Therapieform und des allgemeinen Gesundheitszustand ab.

WICHTIG: Achten Sie auf Veränderungen und teilen Sie Probleme unbedingt Ihrem Arzt mit – auch wenn Ihre Therapie schon eine Weile zurückliegt. Auftretende Beschwerden sollten nicht ausgehalten, sondern frühzeitig angesprochen werden.