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Erfolgreich entspannen

Innere Unruhe, Müdigkeit oder körperliche Verspannungen – eine Krebserkrankung sowie die Nebenwirkungen einer möglichen Chemotherapie belasten physisch und emotional. Dabei ist es häufig nicht nur die Krankheit selbst, die einem zu schaffen macht. Die sich wiederholenden Untersuchungen oder das Warten auf Ergebnisse sind zusätzliche Stressfaktoren, die sich negativ auf Ihr Wohlbefinden und Ihre Lebensqualität auswirken können. Vielen fällt es darum schwer, ihre Ausgeglichenheit und Zuversicht im Alltag zu bewahren bzw. neu zu entwickeln.

Regelmäßige Entspannungseinheiten können Ihnen helfen, sich zu entspannen und neue Kraft zu tanken. Indem Sie sich bewusst Auszeiten nehmen, auf Ihre Atmung achten oder einfach das tun, was Sie zufrieden macht, bekämpfen Sie nicht nur Ängste oder Nervosität. Sie stärken auch die eigenen Kräfte und können Ihr Schmerzempfinden positiv beeinflussen. Hören Sie also in sich hinein. Was bereitet Ihnen Freude? Bei welchen Aktivitäten oder Gewohnheiten können Sie so richtig abschalten? Egal, ob das bedeutet, ein Buch zu lesen oder ein heißes Bad zu nehmen – Hauptsache Sie finden Ihre innere Ruhe.

Neben einfachen Auszeiten vom Alltag gibt es spezielle Übungen, die Ihnen zusätzlich dabei helfen können, sich aktiv zu entspannen. Die Verfahren sind vielseitig einsetzbar und häufig gängiger Bestandteil von therapeutischen Angeboten. Ihr Vorteil: Sie stärken sowohl den Körper als auch die Psyche. Viele der Techniken sind leicht zu lernen und können alleine zu Hause durchgeführt werden.

 

Erfolgreich entspannen
Kleine Übung für den Alltag

Sanfter Wecker

  • Diese Übung regt den Energiefluss an und beugt gleichzeitig Rückenbeschwerden vor. Sie liegen auf dem Rücken und haben Ihre Beine angewinkelt aufgestellt.
  • Legen Sie ein Kirschkernsäckchen unter Ihr Kreuzbein (siehe Foto). Wenn Sie möchten, können Sie es vorab erwärmen. Drücken Sie mit dem Rücken leicht darauf – nach rechts, links, oben, unten und kreisend (Dauer: etwa 2 Minuten).
  • Schieben Sie das Säckchen etwas höher unter die Lendenwirbelsäule und üben Sie weitere 2 Minuten. Das Säckchen wird sukzessive immer höher gelegt: erst unter die untere Brustwirbelsäule, dann unter die mittlere, danach unter die obere Brustwirbelsäule, unter das rechte Schulterblatt und dann unter das linke.
  • In der Wirbelsäule nehmen Sie ein angenehmes, entspanntes Gefühl wahr und es fällt Ihnen leichter aufzustehen. Jetzt sind Sie richtig wach!

Doch die aktive Entspannung hilft Ihnen nicht nur tagsüber, Ihr Wohlbefinden entscheidend zu verbessern. Ausgeglichenheit und Zuversicht fördern einen gesunden Schlaf, welcher essentiell für die Regeneration des Körpers ist. Viele Krebspatienten leiden vor allem während einer Chemotherapie unter Schlafstörungen. Oft bedingt das eine dann das andere. Stress und innere Unruhe, ausgelöst durch die emotionale und körperliche Belastung, verhindern einen erholsamen Schlaf, was am nächsten Tag wiederum zu weiterer Müdigkeit und Erschöpfung führt.

Regelmäßige Entspannungstechniken am Tag können dabei helfen, der Angst vor dem Wachbleiben aktiv zu begegnen. Wie viel Schlaf zur Erholung der Einzelne benötigt, ist dabei höchst individuell. Empfohlen werden jedoch sieben bis acht Stunden pro Nacht. Generell gilt: Lassen Sie sich von gelegentlichen Schlafstörungen nicht verrückt machen. Eine entspannte Einstellung zum Schlaf ist meist das beste Mittel für eine erholsame Nacht. Und wird die Belastung durch die Schlaflosigkeit immer größer – scheuen Sie sich nicht mit Ihrem behandelnden Arzt oder den Pflegekräften über Ihre Beschwerden zu sprechen.