Fokusthemen

Bei der Lungenkrebstherapie auf dem neuesten Stand

 

Austausch, Vernetzung und neuste Erkenntnisse: Vom 13. bis 16. März 2019 fand in München der 60. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) statt.

Der DGP-Kongress bietet Lungenspezialisten eine Plattform, auf der sie sich zu beruflichen Erfahrungen und neuesten Erkenntnissen der Forschung austauschen können. Neben den rein medizinischen Aspekten kommen dabei auch gesellschaftlich relevante Themen zur Sprache. In diesem Jahr zählten dazu etwa die Klimakrise, der Wahrheitsgehalt von Nachrichten in Zeiten von Fake News oder die zunehmende Digitalisierung in der Medizin.

Einen inhaltlichen Schwerpunkt im Kongress-Programm bildete die Behandlung von Lungenkrebs. Hier hat sich durch die Entwicklung neuer Therapien, wie den zielgerichteten Therapien, der Krebsimmuntherapie oder entsprechender Kombinationstherapien, enorm viel getan. Die zahlreichen Vorträge und Symposien zu diesem Thema ermöglichten es den Ärzten, sich einen Überblick über den aktuellen Stand auf diesem Gebiet zu verschaffen. Wird dieser künftig im Behandlungsalltag umgesetzt, so kann das die Aussichten der Patienten deutlich verbessern.

Neue Wege in der Früherkennung durch Screening

Im Rahmen des DGP-Kongress wurden Daten aus verschiedenen Studien zum Lungenkrebs-Screening vorgestellt und diskutiert. Noch immer ist Lungenkrebs von allen Krebserkrankung diejenige, an der weltweit die meisten Menschen sterben. Das liegt daran, dass die Erkrankung in rund zwei von drei Fällen erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird und eine Heilung dann meist nicht mehr möglich ist. Ein Screening mithilfe der neuen Niedrigdosis-Computertomografie (LCDT) könnte den Daten aus der Studie Trends in stage distribution for patients with non-small cell lung cancer zufolge dazu beitragen, dass ein Tumor in der Lunge frühzeitig entdeckt wird.

So kommt beispielsweise der US-amerikanische National Lung Screening Trial (NLST) in der Studie National Lung Screening Trial Research zu dem Ergebnis, dass die LDCT das Risiko, an einem Lungenkarzinom zu sterben, um 20 Prozent senken kann. In der Studie wurden über 50.000 Patienten im Alter von 55 bis 74 Jahren, die mindestens 30 Packungen Zigaretten im Jahr rauchten, über einen Zeitraum von drei Jahren jährlich entweder mit der LCDT oder einer herkömmlichen Röntgenaufnahme untersucht. Die LCDT zeigte dabei wesentlich genauere Daten.

Ob ein – wie bereits von mehreren Seiten gefordertes – Lungenkrebs-Screening zumindest für Risikopatienten auf den Weg gebracht wird, hängt derzeit noch von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören neben weiteren Studienergebnissen auch die Formulierung von Qualitätskriterien für ein solches Screening und der Umgang mit der derzeit noch recht hohen Zahl an falsch-positiven Befunden. Ärzte sprechen von einem solchen Befund, wenn in einer ersten Untersuchung (z.B. bei einer Röntgenaufnahme) ein Tumor diagnostiziert wurde, der sich bei einer weiteren Untersuchung (z.B. einer Biopsie) aber als gutartig herausstellt.

Fokusthemen

Auch wenn ein qualitätsgesichertes Screening zumindest für Risikopatienten nach derzeitigem Kenntnisstand sinnvoll ist, um Lungenkrebs früh zu entdecken: Experten zufolge ist der Verzicht auf Zigaretten in den meisten Fällen der effektivste Weg, Lungenkrebs zu verhindern.