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59. DGP-Kongress: Immuntherapie, Wirkstoffkombinationen und neue S3-Leitlinie

Zum 59. Pneumologie-Kongress lud die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) vom 14. bis 17. März 2018 nach Dresden ein.

Vor rund 3.500 Teilnehmern sprachen Ärzte, Wissenschaftler und Fachkräfte über neue Entwicklungen in der Lungenheilkunde. Beim Thema Lungenkrebs wurden besonders die Immuntherapie, Wirkstoffkombinationen und die neue S3-Leitlinie des Leitlinienprogramms Onkologie diskutiert. Eine Leitlinie ist die Zusammenstellung aller Erkenntnisse zur Diagnostik und Therapie bei einem spezifischen Krankheitsbild. Sie dient Ärzten und Patienten als Entscheidungshilfe, ist jedoch nicht bindend. S3 bedeutet, dass die Leitlinie höchsten medizinischen und wissenschaftlichen Ansprüchen genügen muss. Die neue S3-Leitlinie zum Lungenkarzinom ist verzögert erschienen, weil zuletzt immer wieder neue Medikamente auf den Markt kamen und der Therapiestand ständig aktualisiert werden musste.

Die Immuntherapie ist ein hoffnungsvoller Ansatz bei Lungenkrebs. Die dabei eingesetzten Medikamente verändern die Krebszellen so, dass das Immunsystem die bösartigen Zellen bekämpft. Ein weiterer Dauerbrenner beim DGP-Kongress: Die Personalisierte Medizin. Die moderne Diagnostik ermöglicht Medizinern, genetische, molekulare und zelluläre Besonderheiten eines Patienten zu erfassen und daraus Schlüsse zu ziehen, ob eine bestimmte Therapie infrage kommt.

Auf der begleitenden Industrieausstellung präsentierten sich wieder zahlreiche Patienten- und Selbsthilfegruppen. Am Rande des Pneumologie-Kongresses fand zudem das 19. Patientenforum Lunge im Universitätsklinikum Dresden statt. Diese Veranstaltung wird vom Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL) und dem Lungeninformationsdienst in Kooperation mit dem Deutschen Lungentag explizit für Betroffene organisiert. Über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten den Vorträgen und richteten ihre Fragen an die Experten.